EINE MANUFAKTUR DES 19. JAHRHUNDERTS

Die Königliche Saline von Arc-et-Senans gehört seit 1982 zum UNESCO-Welterbe. Sie ist das Meisterwerk des visionären Architekten der Aufklärung, Claude-Nicolas Ledoux (1736-1806). Sie stellt auch ein seltenes Zeugnis in der Geschichte der industriellen Architektur dar.

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Zu dieser Zeit wurde Salz insbesondere für die Konservierung von Lebensmitteln, die Herstellung von Glas und Silbergeschirr, die Landwirtschaft und die Medizin verwendet. Der Staat nahm auf seinen Verkauf eine unbeliebte Steuer, die „Gabelle“ ein, die einen Großteil der Staatskasse füllte. Die wirtschaftliche Bedeutung des Salzes war also wesentlich.

Die Königliche Saline funktionierte wie eine integrierte Fabrik, wo fast die gesamte Arbeitsgemeinschaft lebte. Sie war halbkreisförmig angelegt und umfasste insgesamt elf Wohn- und Produktionsgebäude: das Haus des Direktors, die Stallungen, die Gebäude des Salzes Ost und West, die Dienstgebäude und die Salzsteuer, die „Berniers“ genannten Arbeiterwohnungen Ost und West, das Böttcherhaus, das Gebäude der Wachposten und die Schmiede.

Wenn man bedenkt, dass der Grundstoff etwa 20 Kilometer von Arc-et-Senans entfernt war, versteht man, dass der Prozess der Salzherstellung besonders schwierig war. Es wurde von dem Prinzip ausgegangen, dass es einfacher war „das Wasser auf die Reise zu schicken, als den Wald heranzukarren“, und unterirdische Leitungen aus Holz ermöglichten es die Sole von ihrem Förderort, Salins, heranzuführen. Was den für das Sieden notwendigen Brennstoff betrifft, so fand man ihn in der Nähe im Wald von Chaux, der damals der Größte Frankreichs war. Die herangeführte Sole wurde sie in großen Siedepfannen erhitzt um das Wasser zu verdampfen. Das so gewonnene Salz wurde je nach Bestimmung körnig oder zu Blöcken geformt verkauft.

Da sie durch das Erscheinen neuer Techniken veraltet war, schloss die Königliche Saline 1895. Sie wurde aufgegeben, geplündert, 1918 durch einen Brand beschädigt und man begann sogar mit ihrem Steinmaterial zu handeln, als das französische Departement Doubs sie 1927 aufkaufte und sie damit vor dem Ruin bewahrte. Drei aufeinanderfolgende Restaurierungswellen, die 1996 mit der Neugestaltung der Grünanlagen zu Ende gingen, verliehen ihr wieder erneuten Glanz.

Die Architektur der Königlichen Saline, ihre Geschichte und ihre Sanierung, machen sie zu einem auf der Welt einzigartigen Baudenkmal.